Bayerns Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen macht klare Ansage: “Kompany muss unsere Ziele erreichen – sonst ist Schluss”
München – Beim FC Bayern München ist die Sommerpause vorbei, doch Ruhe kehrt an der Säbener Straße nicht ein. Die neue Saison 2025/26 steht vor der Tür, und mit ihr steigen auch die Erwartungen an den neuen Cheftrainer Vincent Kompany. Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen hat sich nun öffentlich zu den Saisonzielen geäußert – und dabei klare Worte gefunden, die intern wie extern für Aufsehen sorgen dürften.
„Der FC Bayern ist ein Klub mit klar definierten Ambitionen. Unser Anspruch ist es, jedes Jahr um alle Titel mitzuspielen – national wie international“, sagte Dreesen am Rande einer Pressekonferenz im Münchner Vereinszentrum. „Wir erwarten vom Trainerstab und von der Mannschaft, dass wir in der Bundesliga ganz oben stehen, im DFB-Pokal das Finale erreichen – und in der Champions League mindestens das Halbfinale“, fügte er hinzu.
Ein ambitionierter Neustart mit Kompany
Mit der Verpflichtung von Vincent Kompany, der im Sommer Julian Nagelsmann beerbte, hatte der Rekordmeister einen unkonventionellen Weg eingeschlagen. Der Belgier galt zwar als talentierter Coach mit mutigen taktischen Ideen, jedoch fehlt ihm auf Topniveau noch die Erfahrung. Bei seinem letzten Arbeitgeber, dem FC Burnley, konnte Kompany in der Premier League nicht bestehen und stieg mit dem Team ab. Dennoch entschieden sich die Bayern-Bosse bewusst für ihn – auch, weil sie in ihm langfristig einen Entwickler sehen.
Doch der Kredit ist nicht unbegrenzt. Dreesen stellte nun unmissverständlich klar, dass Geduld nur bis zu einem gewissen Punkt reicht. „Wir sind bereit, einen Weg gemeinsam zu gehen, aber dieser Weg muss erkennbar in Richtung Erfolg führen. Wir messen uns an Titeln – und wer das nicht akzeptiert, ist beim FC Bayern fehl am Platz“, so der Vorstandschef.
Druck von Beginn an
Die Aussagen Dreesens lassen keinen Raum für Interpretationen. Kompany steht bereits vor dem ersten Pflichtspiel unter Druck. Die Auftaktpartie gegen Bayer Leverkusen wird gleich zum Härtetest – und dürfte zeigen, ob die Mannschaft seine Spielidee schon verstanden hat. „Wir sehen gute Ansätze im Training, aber es zählt, was am Spieltag auf dem Platz passiert. Fußball ist Ergebnissport“, sagte Dreesen.
Die Bayern hatten in der vergangenen Saison eine titellose Spielzeit hinter sich – ein Novum in der jüngeren Vereinsgeschichte. Umso wichtiger sei es laut Dreesen, in dieser Saison ein klares Signal zu setzen: „Wir wollen und müssen zurück auf den Thron. Die Konkurrenz schläft nicht. Leipzig, Leverkusen, Dortmund – alle rüsten auf. Aber wir sind der FC Bayern.“
Keine Schonfrist für den Trainer
Auf die Frage, ob es für Kompany eine gewisse Eingewöhnungszeit geben werde, reagierte Dreesen nüchtern: „Natürlich verstehen wir, dass ein neuer Trainer Zeit braucht, um seine Ideen umzusetzen. Aber wir reden hier nicht von einer Saison zum Lernen. Wer bei Bayern unterschreibt, weiß, worauf er sich einlässt. Sollte es keine positive Entwicklung geben, werden wir handeln.“
Diese Worte kommen einem Ultimatum gleich. Intern wird bereits spekuliert, dass Kompany bei einem schwachen Start zur Winterpause auf dem Prüfstand stehen könnte. Ein Szenario, das beim Rekordmeister nicht neu ist – man erinnere sich an die Trennungen von Niko Kovač oder Carlo Ancelotti.
Spieler stehen ebenfalls in der Pflicht
Doch nicht nur Kompany ist gefragt – auch der Kader muss liefern. Neuzugänge wie João Palhinha, Michael Olise und der Rückkehrer Joshua Kimmich stehen im Fokus. Dreesen betont: „Wir haben die Mannschaft punktuell verstärkt, um wieder konkurrenzfähig zu sein. Jetzt liegt es an den Spielern, ihre Qualität zu zeigen.“
In München ist man sich bewusst: Die Saison 2025/26 wird eine Weichenstellung – sportlich wie personell. Sollte Kompany die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, ist ein Trainerwechsel mehr als nur ein Gedankenspiel.
Zum Abschluss sendete Dreesen eine letzte, klare Botschaft: „Vincent hat unser volles Vertrauen – aber das Vertrauen ist an Leistung gebunden.